Chronik

Im Jahre 1876 wurde für das damalige Land Oldenburg ein Gesetz in Kraft gesetzt, dass der Brandschutz sicherzustellen wäre. Jede Gemeinde hatte eine Spritze anzuschaffen, ein Spritzenhaus zu errichten, entsprechende Bedienungsmannschaften zu benennen sowie für deren regelmäßige Ausbildung zu sorgen.

In Großenkneten waren hierzu wohl längere Überlegungen nötig, denn erst 1882 wurde die erste Spritzenmannschaft aufgestellt, diese legte vor dem Amtsbeauftragten des Amtsbezirks Wildeshausen in Luekens Gasthof das feierliche Gelöbnis ab. Als neue Führungskräfte wurden dazu vereidigt:

Spritzenmeister: Landwirt Diedirch Abel

Stellvertreter: Land- und Gastwirt Heinrich Lueken

Rohrführer: Haussohn Hermann Hollmann

Stellvertreter: Schneidermeister Wilhelm Engelmann

Im Jahre 1928 kam vom Gemeindevorsteher Ahrens und dem Vorsitzenden des Turnvereins, Heinrich Muhle, die Idee, eine Freiwillige Feuerwehr im heutigen Sinne zu gründen. An der Graft sollte ein Spritzenhaus gebaut und eine Motorspritze angeschafft werden. Zur gleichen Zeit meldete auch die Bauernschaft Sage ihren Anspruch auf eine Feuerwehr an. Der Gemeinderat gab aus verschiedenen Gründen Sage den Zuschlag.

Im Jahre 1941 gab der für den Brandschutz zuständige “Luftgau” dem Gemeindebrandmeister Imken aus Huntlosen den Auftrag, in Großenkneten eine Feuerwehr aufzustellen. Der von Imken mit der Wahrnehmung  dieser  Aufgabe  beauftragte  Ernst  Ripken konnte am

1. April 1942 eine Gruppe dienstverpflichteter jüngerer und älterer Männer melden.

Die Fahrzeuge wurden in der Turnhalle, die zunächst als Garage diente, untergebracht; die Schläuche wurden im Kirchturm getrocknet. Im selben Jahr wurde eine Baracke im Efeuweg eingerichtet.

Das Kriegsende bedeutete auch für die Großenkneter Ortsfeuerwehr das “Ende”. Die Besatzungssoldaten fuhren mit den Feuerwehrfahrzeugen spazieren und ließen sie dann achtlos stehen, wo sie dann von der Bevölkerung geplündert wurden.
Im Laufe des Jahres 1945 begannen beherzte Männer die noch brauchbaren Ausrüstungsgegenstände zusammenzusuchen. Die Gemeindeverwaltung begann wieder zu funktionieren und besorgte aus Beständen der ehemaligen Wehrmacht einen Anhänger mit Tragkraftspritze und einige Schläuche, so dass ein bescheidener

Anfang möglich war.


1949 beschloss der Gemeinderat die Anschaffung eines neuen Löschgruppenfahrzeuges, ein Ford mit Meyer-Haagen-Aufbau, damals das modernste im Landkreis Oldenburg.
Die Ausrüstung wurde laufend ergänzt und vervollständigt. Auch die Wasserversorgung verbesserte sich durch Anlegen neuer Flachspiegelbrunnen. Vier solcher Brunnen im Ort stellten eine ausreichende Sicherheit dar. Problematisch blieben nach wie vor die abgelegenen Einsatzstellen. Hier brachte 1960 die Anschaffung eines Tanklöschfahrzeuges die Wende.

Im Jahr 1961 wurde das Feuerwehrhaus im Efeuweg erbaut. Der Neubau mit Schlauchtrockenturm, Unterrichtsraum und Sanitäranlagen ersetzte eine Baracke gegenüber dem Gerätehaus, in dem die Fahrzeuge vorher untergebracht waren. Der fortschreitenden Entwicklung hat die Gemeinde Großenkneten stets Rechnung getragen. Das Löschgruppenfahrzeug wurde 1966 durch ein neues, modernes ersetzt. Funkgeräte in allen Fahrzeugen, Preßluftatmer für den Atemschutz, Notstromaggregate, Motorsägen und vieles mehr wurden in den Jahren danach angeschafft. 1985 wurde das Tanklöschfahrzeug, 1989 wiederum das Löschgruppenfahrzeug und der ELW durch neue, moderne, mit allen Hilfseinrichtungen ausgestattete Fahrzeuge ersetzt.

Danach verfügt die Ortsfeuerwehr Großenkneten über ein Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 auf Mercedes 1222, ein LF 8 auf Mercedes 814, ein Einsatzleitwagen (ELW), ein Ölschaden-Anhänger sowie ein PKW- Anhänger mit 20 KV- Stromerzeuger. 1995 stellte die Feuerwehr- Unfallkasse die ersten Mängel am Gerätehaus Efeuweg fest. Die Sicherheitsmängel waren so umfangreich, dass der Rat und die Verwaltung der Gemeinde über einen Neubau oder einen Umbau des Gerätehauses nachdenken mussten. 1998 entschied man sich für einen Neubau. Als Standort wurde die Hagelerstraße gewählt.

Im August 1999 begannen die Bauarbeiten bei denen von den Feuerwehrkameraden auch viel Eigenleistung mit eingebracht wurde. Die Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses wurde im Juni 2000 gefeiert. Im Jahr 2002 feierte die Feuerwehr Großenkneten sein 120- jähriges bestehen. Im Oktober desselben Jahres wurde ein neuer ELW auf VW T4 in Dienst gestellt, der den alten aus dem Jahr 1989 ablöst.

2009 übergab die Firma Exxon Mobil der Gemeinde Großenkneten eine Wärmebildkamera, die auf dem TLF der Ortsfeuerwehr Großenkneten gelagert wird und bei Bedarf von den anderen Ortswehren angefordert werden kann. Durch die innovative Technik kann der Löscheinsatz sowie die Menschenrettung in verqualmten Gebäuden noch effektiver erfolgen.